Eingetragen in Das tägliche Leben in Honduras.
September 2025 - Das tägliche Leben in Honduras
Geschrieben von Mirjam Geiser am .
Wir sind im Monat September angekommen, in welchem der Unabhängigkeits-Tag wie jedes Jahr gross gefeiert wird.
Die Kinder in den Schulen üben bereits ab August täglich für den grossen Umzug, welcher jeweils am 15. September überall in Honduras stattfindet. Dies nimmt den Lehrerinnen und Lehrer viel Zeit für den übliche Schulstoff weg, da das Üben während den Schulstunden stattfindet. Zudem habe ich in einem Gespräch mit der Lehrerin vom Dorf erfahren, dass dieses Jahr das Schuljahr bereits Ende Oktober enden wird und nicht wie üblicherweise Ende November. Grund dafür sind die Präsidentschaftswahlen, welche im November stattfinden. Die Lehrer und Lehrerinnen haben also einen ganzen Monat weniger Zeit, den Schulstoff den Schülerinnen und Schüler zu vermitteln.
Die kommenden Präsidentschaftswahlen sind täglich das grosse Thema. Die drei grossen Parteien schieben sich die Schuld für die vielen Probleme untereinander in die Schuhe und immer wieder wird ein weiterer Skandal einer anderen Partei durch die Medien aufgedeckt. Die Manipulation in der Medienlandschaft ist jedoch sehr gross, und meistens sind die Medien auch gekoppelt an eine Partei. So ist es oft schwierig herauszufinden, was wahr ist und was nicht.
Was mich immer wieder zum schmunzeln bringt, ist die Natürlichkeit der Menschen hier in Honduras. Da unsere Nachbarin mitbekommen hat, dass wir nun Hühner halten, kam sie gestern Abend mit einem Huhn in den Armen zu uns und bevor ich noch etwas sagen konnte, hatte ich das Huhn bereits in meinen Armen. „Sie passt so gut zu euren Hühnern“, meinte unsere Nachbarin. Ich konnte nicht viel dazu sagen ausser ihr zu danken und nun haben wir ein Huhn mehr 😊 Eine Grosszügigkeit von den Nachbarn, welche mich immer wieder berührt.
Unsere zwei Bibliotheken laufen nach wie vor. Die Bibliothek hier in Loma Alta durfte im August das fünfjährige Jubiläum feiern 😊 Ich habe die Kinder mit einem kleinen Fotobuch überrascht, wo viele Eindrücke von den letzten fünf Jahren festgehalten sind. Eine kleine Feier ist auf Ende Jahr geplant.
Die neue Bibliothek im Nachbarsdorf La Union durften wir umstrukturieren. Leider liess die Motivation von den zwei Müttern, welche zu Beginn sehr eifrig dabei waren, fest nach. In einem Gespräch mit ihnen haben sie mir mitgeteilt, dass sie mich leider nicht mehr unterstützen können. Ich finde es immer sehr schwierig, in solchen Situationen nicht zu urteilen, wieso jetzt die Motivation der Mütter nachgelassen hat. In all den Jahren hier in Honduras habe ich das Leben so intensiv kennengelernt, dass ich nachvollziehen kann, dass eine Mutter, welche täglich mit dem Gedanken beschäftigt ist, ob sie genug Geld hat, um den Kindern in den folgenden Tagen etwas zu Essen zu geben, nicht die Energie und Gedanken aufbringen kann, sich um eine Bibliothek zu kümmern. Da die Kinder aber immer noch mit grosser Freude in die Bibliothek kommen, haben wir beschlossen, dass die Bibliothek geöffnet bleibt. Eine Woche gibt es Nachhilfe, die andere Woche ist zum Spielen geöffnet. Somit bin ich dankbar für all die Hilfe, welche sie mir zu Beginn geschenkt haben. Die Kinder und wir machen weiter 😊!
Das könnte Dich interessieren
-
April 2024 - Das tägliche Leben in Honduras
- Geschrieben von Mirjam Geiser
- Veröffentlicht am
-
März 2024 - Das tägliche Leben in Honduras
- Geschrieben von Mirjam Geiser
- Veröffentlicht am
-
Dezember 2024 - Das tägliche Leben in Honduras
- Geschrieben von Mirjam Geiser
- Veröffentlicht am
-
November 2021 - Das tägliche Leben in Honduras
- Geschrieben von Mirjam Geiser
- Veröffentlicht am
-
Dezember 2020 - Das tägliche Leben in Honduras
- Geschrieben von Mirjam Geiser
- Veröffentlicht am