Skip to main content

September 2021 - Das tägliche Leben in Honduras

Es ist September, die Präsidentschaftswahlen rücken näher und man merkt die steigende Anspannung hier in Honduras.

Auch in unserem Dorf werden Wahlkampagnen durchgeführt, ebenso werden häufig „Bolsas Solidarias“ verteilt – das ist ein Sack voll mit Lebensmitteln, welche an die Bevölkerung vergeben werden mit dem Logo der jeweiligen Partei drauf. Und es werden Dächern von Familien repariert, die wenig Geld haben. Es werden Strassen in Stand gesetzt, fleissig gegen Covid geimpft – letzte Woche kamen sogar drei Frauen mit einem T-shirt der momentanen regierenden Partei und haben alte Glühbirnen ersetzt. So erhoffen sich die Politiker mehr Wahlstimmen für ihre Partei zu gewinnen. Meine Nachbarin hat mir letzte Woche erzählt, dass sie nicht mehr auf der Liste der „Bolsas Solidarias“ steht, weil sie letztes Mal nicht wählen ging. Ihre Erzählung lässt darauf schliessen, dass nur diejenigen Personen Unterstützung bekommen, welche ihre Stimme bei den letzten Wahlen der „richtigen“ Partei gegeben haben. Ich kenne viele Personen, die ihre Wahlstimme der momentan an der Macht stehende Partei geben werden, damit sie nicht aus der „Liste für Unterstützung“ gestrichen werden. Traurig zu sehen, wie sich die Politiker und Politikerinnen die Armut der Menschen zu Nutze machen. Übergabe einer „bolsa solidaria“


© RedSol - Solinetz Zentralamerika