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Oktober 2025 - Das tägliche Leben in Honduras

Da wir uns den Monaten nĂ€hern, in welchen hier in Honduras der Kaffee geerntet wird und da wir gerade einen Besuch in einer Kaffee-Region gemacht haben, kommt hier ein kleiner Sonderbeitrag zum Thema Kaffee 😊

Kaffee wird weltweit tĂ€glich getrunken – 2.6 Milliarden Tassen pro Tag! (Quelle: handpresso.com) und dennoch kennen wenige Menschen den Prozess und die Arbeit, die hinter einer Tasse Kaffee steckt. Hier in Honduras startet die Kaffeeernte im Oktober oder November (je nach Sorte). Die Kaffeebohnen wachsen an einem Strauch und sobald sie dunkelrot sind, werden sie von Hand gepflĂŒckt. Dies ist eine strenge und mĂŒhsame Arbeit, oft sind auch Kinder auf den Kaffeeplantagen anzutreffen. Ein Bekannter von uns, welcher im Westen von Honduras eine Kaffeeplantage betreibt, erzĂ€hlte uns, wie schwierig es ist, Arbeiterinnen oder Arbeiter zu finden, welche diese Arbeit des Kaffeeablesens ausfĂŒhren möchten. Dies scheint auf den ersten Blick etwas widersprĂŒchlich, da viele Menschen hier in Honduras arbeitslos sind. Doch seit einigen Jahren prĂ€sentiert sich ein Trend: Da die Migration in die USA zugenommen hat und fast jede Familie Angehörige dort hat, erhalten viele Familien monatlich „Remesas“; Geld, welches von den Migrantinnen oder Migranten nach Honduras zu ihren Familien gesendet wird. Somit erhalten diese Personen, welche frĂŒher auf den Kaffeeplantagen gearbeitet haben, monatlich Geld zugesendet, und wollen die schwere und mĂŒhsame Arbeit des Ablesens nicht auf sich nehmen. So haben viele Kaffeeanbauern MĂŒhe, UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ernte zu erhalten. Auch die Belohnung spielt eine Rolle; fĂŒr die Arbeit wird nicht der gesetzliche minimal Lohn ausbezahlt, sondern viel weniger. Sobald die Kaffeebohnen abgelesen sind, werden ihr zwei Schichten abgetrennt: Nach der ersten Schicht erscheint die Kaffeebohne, in der Form, wie wir sie in der Schweiz kennen und kaufen können, aber sie ist noch feucht. In diesem Zustand werden sie getrocknet, was ein sehr zeitintensiver Vorgang ist. Die Bohnen werden an der Sonne getrocknet, dĂŒrfen nicht nass werden und kein Schimmelpilz darf entstehen. Deswegen werden sie tĂ€glich mehrmals mit einem Rechen aufgelockert. Wenn sie dann trocken sind, kommt die mĂŒhsamste Arbeit von allen; die zweite Schicht, die dĂŒnne Schale, wird von der Kaffeebohne entfernt. Dann ist die Kaffeebohne bereit, um geröstet zu werden. Die Röstung findet dann oft im Land statt, welches den rohen Kaffee importiert. Um eine Tasse Kaffee zu trinken, braucht es also viele Schritte und HĂ€nde. Und doch ist der Kaffee so gĂŒnstig, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter einen Lohn erhalten, welcher ihnen das Überleben nicht sichert
 Es ist also an der Zeit, unseren Kaffeekonsum zu ĂŒberdenken und faire Grundlagen zu schaffen. In der Schweiz und Deutschland gibt es mittlerweile gute Angebote an Kaffee, welche faire Bedingungen sichern.


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